Pizza Reloaded

Hallo Welt, ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen, Asche auf mein Haupt 🙂

Heute möchte ich ein umfassendes Update zum Thema Pizza nachreichen und ich muss zu Beginn gleich einen wichtigen Hinweis geben: vergessen Sie, was ich bisher zum Thema Pizza geschrieben habe (oder vergleichen Sie und suchen sich das Beste aus allen Artikeln). Ich würde zum Vergessen raten, denn ich habe in der Zwischenzeit viel dazu gelernt.

Was ich Ihnen vor allem ans Herz legen möchte: verwenden Sie für den Teig dieses Rezept:

Wie liest man das Rezept? Es gibt drei Tabellen mit unterschiedlichen Teigling-Gewichten. Ich empfehle die mittlere Größe mit 250g, die zu einer dünnen Pizza mit ca. 35 bis 40 cm Durchmesser geformt werden kann. Links an der jeweiligen Tabelle sieht man die Anzahl der Teiglinge (Pizzen), die man herstellen möchte. Hier steigt man die Zeile ein und entnimmt die jeweiligen Zutatenmengen. Oben links findet sich das Grundrezept, das in den Tabellen angewandt wird. Haben Sie keine Semola zur Hand, dann addieren Sie die Mehl- und die Semola-Menge und verwenden dieses Gewicht an reinem Mehl.

Dieser Teig führt zu deutlich besseren Ergebnissen als mein bisheriger, da der Hefe-Anteil drastisch reduziert ist – genau so, wie sich das für eine original italienische Pizza gehört. Ebenso ist ein Teil des Pizzamehls durch feine Semola (Hartweizengries) ersetzt, was zu einem deutlich authentischeren Geschmack führt und auch die Kruste schöner macht. Als Mehl sollten Sie ein original italienisches Mehl Tipo 00 aus dem italienischen Supermarkt mit einem hohen Eiweißanteil verwenden, z.B. diese Sorte:

Bezüglich der Semola kann man zum Beispiel Semola di grano duro verwenden, da gibt es verschiedene Anbieter. Der deutsche Hartweizengries ist allerdings zu grob und sollte nur auf dem Pizzaschieber verwendet werden, um die Pizza einzuschießen (d.h. vom Schieber in den Ofen rutschen zu lassen). Wenn man nichts anderes zur Hand hat, eignet sich für den Teig allerdings auch die deutsche Mehltype 405.

Wie stellt man nun den Teig konkret her? Zunächst werden die Zutaten genau abgewogen, was auch das Wasser einschließt. Dann gießt man das Wasser in eine große Rührschüssel und löst darin mit den Fingern und unter Rühren die Hefe vollständig auf. Die Wassertemperatur sollte irgendwo zwischen kühl und lauwarm liegen, also nicht zu kalt und nicht zu heiß.
In einer zweiten Schüssel mischt man das Mehl mit der Semola und dem Salz mit einem Kochlöffel.
Dann gibt man das Mehlgemisch sukzessive ins Wasser und rührt mit einer Hand das Ganze nach und nach zu einer sämigen Masse bis hin zu einem festen Teig.
Dieser Teig wird dann auf der bemehlten Arbeitsfläche gut und ausdauernd für ca. 10 bis 20 min. weiter geknetet. Ich habe weiter unten dazu ein Youtube-Video verlinkt, bei dem ich mir das abgeschaut habe.
Schalten Sie nun das Licht im Backofen an (ergibt eine Temperatur von ca. 30° C) und geben Sie den Teig in der Rührschüssel mit einem feuchten Tuch abgedeckt in den Backofen. Dort darf er nun ca. 1,5 bis 2,5 h gehen.
Danach entnimmt man den Teig, teilt ihn in die gewählten Teiglinge zu beispielsweise jeweils 250 g und formt sie auf der Arbeitsfläche zu Kugeln. Diese Teiglinge lasse ich persönlich über Nacht im Kühlschrank und entnehme Sie dann 2 h vor dem Pizzabacken, so dass sie Raumteperatur annehmen können. Wenn man am selben Tag backen möchte, empfiehlt es sich, die Teiglinge bei Zimmertemperatur für ca. 3 bis 4 h abgedeckt gehen zu lassen. Zur Aufbewahrung im Kühlschrank habe ich mir diese Boxen bei Amazon gekauft, sehr praktisch.

Man bringt etwas Olivenöl auf den Boden und den Rand auf und bestäubt noch mit etwas Mehl, bevor man die Teiglinge einsetzt. Die Boxen haben einen Deckel, der den Teig vorm Austrocknen schützt.

Das Ausformen der Pizza geschieht von Hand und ist Übungssache, wie fast alles beim Pizzabacken. Der Teig lässt sich sehr gut formen und nach wenigen Versuchen werden Sie den Bogen raus haben, wie man so schön sagt.

Ich habe hier ein Video bei Youtube von „Thomas kocht“ gefunden, an dem man sich grob orientieren kann, was die Teigherstellung und das Ausformen anbelangt.

Aber hier in jedem Fall eine kurze Anleitung in Bildern:

Die Arbeitsfläche mit Mehl und Hartweizengries (grob) bestreuen

Den Teigballen aus der Box nehmen und auf das Mehl-Hartweizengries-Häufchen aufsetzen.

Den Teigballen mit Mehl bestäuben.

Mit den Fingern den Teigballen von innen nach außen flachdrücken – in etwa so groß, dass beide Handflächen hineinpassen.

Dann beide Hände in die flachgedrückte Fläche setzen und den Teig jeweils um eine Vierteldrehung auf der Arbeitsfläche drehen – und dabei mit beiden Händen nach außen ziehen

Das erfordert etwas Übung, aber mit der Zeit gelingt das immer besser.

Wenn der Teig ausgeformt ist, nehme ich ein hölzernes Pizzabrett und reibe es mit etwas Mehl und Hartweizengries ein. Darauf lege ich den Teig (einfach mit beiden Händen drunterfassen und auf das Brett ziehen).

Wichtiger Tipp: Man kann nun in diesem unbelegten Zustand schon einmal das „Einschießen“ in den Ofen üben. Dazu hält man das Brett am Griff und setzt die gegenüberliegende Kante auf das hintere Ende der Fläche auf, auf die man den Teig aufbringen will. Durch ruckartige Bewegung nach vorn mit abruptem Stopp beginnt die Pizza zu Rutschen. Zwei bis drei kurze Ruckler dieser Art sollten die Pizza mit der Unterlage in Berührung bringen, dann muss man das Brett sozusagen nur noch zügig drunter wegziehen und schon legt sich die Pizza auf die Unterfläche (später im Ofen auf den heißen Stein). Diese Bewegung sollte man unbedingt mit einer unbelegten Pizza auf der Küchenarbeitsplatte ausprobieren, das erfodert nämlich ebenfalls etwas Übung.

Das nächste, was man benötigt, ist eine Pizzaiola. Hierzu verwende ich in der einfachsten (aber sehr leckeren Form) folgende Zutaten – für 4 Pizzen:

  • Eine 400g Dose gestückelte Tomaten (z.B. Mutti oder Oro di Parma)
  • 1 TL Salz
  • Eine Handvoll frisch gezupfte Basilikum Blätter
  • Etwas Pfeffer aus der Mühle

Das alles wandert in einen Mixbecher und wird mit dem Stabmixer grob zerkleinert. Wer mag, kann zusätzlich auch mit getrocknetem Oregano und Knoblauch arbeiten. Die Pizzaiola sollte mit Vorlauf hergestellt werden (mindestens 2 h oder am Vortag), damit sie gut durchziehen kann.

Diese Pizzaiola wird nun mittels einer Schöpfkelle dünn auf den ausgeformten Teig auf dem Pizzabrett aufgetragen und dann gleichmäßig mit dem Boden der Schöpfkelle verteilt.

Als nächstes legt man nun ebenfalls dünn Mozarella auf. Dazu verwenden Sie am besten Büffel-Mozarella (weil der einfach am besten schmeckt). Und auch hier ist weniger mehr.

Wer möchte, kann noch etwas geriebenen Parmesan dazu aufstreuen, als geschmackliche Variante.

Nun kommt der kreative Teil, das eigentlich Belegen. Dazu will ich hier keine großen Angaben machen, denn das ist reine Geschmacksache. Als Beispiel hier eine meiner Lieblingsvarianten (Knoblauch, Kapern, Sardellen, scharfe Salami, Pepperoni, Schafskäse):

Das eigentliche Backen kann man nun auf die unterschiedlichsten Arten durchführen, wichtig ist dabei jedoch, dass man unbedingt auf einem Pizzastein arbeitet. Und ebenfalls sehr wichtig: der Ofen mit dem Stein darin muss ausreichend vorgeheizt sein und zwar auf höchster Stufe. Ich persönlich habe viele Pizzen auf meinem Napoleon Gasgrill gebacken – was wirklich zu einem super Ergebnis führt. Das kostet aber leider eine Unmenge an Gas, da sind 3-4 kg schnell mal verheizt. Hier nenne ich die Einstellungen und das Equipment:

Pizzastein vom Webergrill auf legen und ca. 20 Minuten vorheizen mit diesen Brennereinstellungen: Brenner rechts/ links auf maximaler Stufe, Brenner in der Mitte auf 3/4 Leistung, Heckbrenner auf ca. 1/3 Leistung. Das ergbit eine Backraumtemperatur von 350° C am Deckel und am Stein etwas über 400° C. Backzeit ca. 4 min. Es empfiehlt sich, die Pizza zur Halbzeit um 180° zu drehen, damit alles schön gleichmäßig backt.

Pizza auf dem Napoleon_002

Alternativ geht das Ganze auch im heimischen Backofen, wo das Backen allerdings länger dauert. Hier komme ich auf max. 260° C und die Backzeit vergrößert sich auf 7 bis 8 min.

Daher verwende ich seit längerem einen Pizzaofen der Firma Beeketal (den BPO033-1), der leider kürzlich aus dem Programm genommen wurde. Ich verlinke hier mal den Nachfolger, meiner hat eine etwas größere Backkammer und arbeitet mit 2kW bei 230 V, aber ansonsten die gleichen Werte. So sieht meiner aus:

Den Ofen sollte man gute 30 min. vorheizen. Dann kann man auf dem Stein eine Temperatur von 330° C messen. Die Backzeit beträgt ziemlich exakt 5 min. Da der Ofen sehr gleichmäßig arbeitet, ist ein Drehen der Pizza nicht erforderlich.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen und schmeckt wirklich großartig:

Ein abschließendes Wort zu weiteren Tipps, Tools und Werkzeugen.

Man sollte sich zum Pizzaausformen und zum Bemehlen von Brett und Arbeitsfläche die Zutaten (Hartweizengries und Mehl) in offen Behältern bereitstellen. Dann genügt ein schneller Griff und man ist wieder versorgt. Dazu eignen sich Vorratsboxen oder auch mal eine heruntergeschittene Mehltüte.

Ein Pizzaroller sollte natürlich auch nicht fehlen.

Zu guter letzt ein Wort zu Pizzabrett und Schiebern. Ich verwende beides in folgender Weise. Auf dem Brett (davon habe ich mehrere) belege ich die Pizza und schieße sie in den Ofen ein. Mit dem Metallschieber hole ich die fertige Pizza aus dem Ofen oder korrigiere falls nötig die Position. Auf dem Brett lässt sich die Pizza wiederum sehr gut servieren und mit einem scharfen Pizzamesser auf gut schneiden. Letzters geht natürlich auf jedem Teller, aber wenn Sie sich scharfe Pizzamesser zulegen, werden Sie feststellen, dass diese das gute Geschirr durchaus durch Kratzer in Mitleidenschaft ziehen können. Und so ein Brett (auch für Flammkuchen prima geeignet) hat zudem noch den etwas rustikaleren Touch.

Das Brett gibt es bei Amazon oder direkt bei Die Schreiner in verschiedenen Größen und in verschiedenen Farben/ Behandlunsgarten. Den Pizzaschieber finden Sie bei Beeketal unter der Bezeichnung „Pizzaschaufel 30-HG“.

Und nun wünsche ich Ihnen wie immer viel Spaß beim Nachmachen/ Ausprobieren und beim Finden des eigenen Stils und Optimums. Wenn Sie Fragen haben, nutzen Sie gerne das Kommentarfeld, ich brauche manchmal etwas länger zum Antworten, aber ich antworte in jedem Fall.

Mediterrane Pfanne

Gestern haben wir mal wieder unserer griechische Ofenpfanne zum Einsatz gebracht. Das Gericht ist sozusagen „Freestyle“ und kann natürlich je nach Gusto abgewandelt werden – dennoch will ich kurz auf das gestrige Rezept genauer eingehen, da es sehr harmonisch rüberkam.

Die Zutaten

  • 500 g grüner Spargel
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zucchini
  • 3 Frühlingsziwebeln
  • 1/2 Stange Lauch (den oberen Teil)
  • 500 g Hackfleisch
  • 500 g kleine Kartoffeln
  • 10-15 Cherrytomaten
  • 1 Packung Schafskäse
  • Pfeffer, Salz, Paprika, Gyrosgewürz, Pul Biber
  • Thymian, Rosmarin

Die Zubereitung

  • Die Kartoffeln waschen, halbieren/ stückeln, eventuell Druckstellen/ Augen entfernen und mit der Schale in Salzwasser kochen (bissfest)
  • Die Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden
  • Den Spargel waschen, die Enden abbrechen und in mundegerechte Stücke schneiden
  • Zucchini waschen, die Enden abschneiden, der Länge nach vierteln, die Mitten jeweils flach abschneiden und die 4 Stränge stückeln
  • Spargel, Zucchini und Zwiebeln in einer Pfanne mit Olivenöl anbraten (an den Spargeln orientieren – sie sollten bissfest sein)
  • Danach die Frühlingszwiebeln und den Lauch waschen, in grobe Stücke schneiden und ebenfalls kurz in Olivenöl anbraten
  • Hackfleisch mit Pfeffer, Paprika, Salz, Gyrosgewürz und Pul Biber würzen und ebenfalls anbraten (Fett abgießen)
  • Die Tomaten waschen und vom Strang lösen
  • Rosmarin- und Thymianzweige waschen
  • Den Schafskäse würfeln
  • Alle Zutaten in die Pfanne geben
  • Im Backofen auf mittlerer Schiene bei 200° C ca. 10 bis 15 min. bräunen (z.B. Grill mit Umluft)

Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Ihnen wie immer Ihr Leroy! 🙂

Alles Toast oder was?

Toast Spezial

Heute mal ein Kurzbeitrag, kein Rezept, eher eine Empfehlung. Haben Sie einen Sandwichtoaster zu Hause? Gibt es für wenig Geld im Elektrohandel, oft mit verschiedenen Einsätzen für Waffeln, Toast und Kontaktgrill.

Ich besitze ein Modell, dass einen geriffelten Grilleinsatz über die gesamte Breite bietet. Optimal für eine neue Generation von Toasts…

Toast Spezial

Natürlich geht das alles auch prima mit der klassischen Methode: Toast- oder Sandwichbrot mit gekochtem Schinken, Ananas und Scheiblettenkäse belegen. Ab in den Toaster und genießen. Aber zum einen sind die Zutaten langweilig mit der Zeit oder haben einen wenig appetitlichen Hintergrund (Schmelzkäse!).

Von daher heute die Aufforderung: experimentieren Sie mal!

Die von mir getoasteten Varianten sind zum einen belegt mit einem französischen Münsterkäse, Kapern, Kasseler und getrockneten Tomaten. Als Basis habe ich ein Roggenbrot verwendet. Wem die Rinde im Ergebnis zu hart ist, der schneide sie vor dem Toasten ab.

Toast Spezial

In der zweiten Variante habe ich ein Brot mit Dänischem Blauschimmelkäse, geräuchertem Rohschinken und dünn geschnittener/ gehobelter Zwiebel belegt.

Toast Spezial

Die Ergebnisse kann man als amuse gueule vorab servieren oder man macht eine Küchenparty mit dem besten Freund oder der Freundin und entwickelt gemeinsam die neuen Toastfavoriten.

Toast Spezial

Als Brothülle eignet sich alles, was man an Backwaren halbwegs dünn schneiden kann. Die Brothälften lassen sich mit diversen Senfsorten und Saucen geschmacklich vorbereiten. Für den Belag empfiehlt sich eine Wurst-Käse Kombination die meiner Meinung nach immer noch etwas fruchtiges/ saures/ scharfes aus der Gemüse- oder Obstecke in der Kombi haben sollte, also z.B. Zwiebel, Kapern, Tomaten getrocknet oder frisch, Oliven, Weintrauben, Aprikosen, Pilze, Frühlingszwiebeln etc.

Toast Spezial

Kurzum: der Fantasie setzt nur Ihr eigener Geschmack Grenzen
Hauen Sie also rein!

Mein allerliebster Peugeot…

Mein allerliebster Peugeot

… ist weder Fahrrad noch Auto, sondern diese Pfeffermühle!

Hier mit zartem Bokeh fotografiert, stellt diese Mühle den neuesten Schatz in meinem Gewürzschrank dar.

In 6 Abschnitten lässt sich der Mahlgrad stufenlos einstellen.

Den Füllstand verrät das transparente Gehäuse, welches mit einem magnetischen Deckel gut verschlossen, aber einfach zu öffnen und zu befüllen ist.

Das Mahlwerk ist nahezu unkaputtbar und eben von Peugeot…

Kurz und gut: mein Tipp für die Pfeffermühle, die Sie die nächsten 50 Jahre begleitet!

Pfeffrige Wonnen!

Ihr Leroy

PS: kein Werbegeschenk, sondern selbst gekauft für 45 €! 🙂

3 Pfeffer Sauce und Cullinaire von Heinz im Test

Die Testkandidaten

Hallo liebe Leser,

wie versprochen hier der Testbericht zur HEINZ 3 Pfeffer-Sauce und als Goodie obendrein ein Test von – diesmal selbst gekauften – Heinz Cullinaire Ketchup Varianten.

Wie der Test ablief:

Ich habe die HEINZ 3 Pfeffer-Sauce an 5 Mittester verschenkt und habe selbst ebenfalls im Rahmen eines Fondues getestet. Zusätzlich zur HEINZ 3 Pfeffer Sauce testete ich die 3 HEINZ Cullinaire Ketchups, die ich vor ca. 3 Wochen zufällig beim Einkauf entdeckte (ja so bin ich – ich teste auch mal ein Produkt ohne Frei Haus Lieferung mit Gratis-Beigaben :-)).

Im folgenden mein Bericht und das Feedback der Tester…

In meinem Test-Setup stand wie gesagt das Fondue im Mittelpunkt. Es gab Roastbeef und Schweinelende, natürlich in Fleischbrühe gegart und nicht in Öl, so wie das bei uns Tradition ist. Das Fondue von WMF ist hochwertig und meinen Dank an HEINZ für dieses großzügige Geschenk im Rahmen des Tests!

Fondue bei f2.8

Zu Gast waren die beste Ehefrau von allen, sowie die Frau Mama nebst Gemahl, denen wir gerade eh eine Einladung schuldig waren. Im Testaufbau wurden nun die Saucen angeordnet…

Auf dem Teller, gleich geht's los...

… und sodann die Fleischstücke gegart. Parallel wurde mit frisch gebackenem Brot schon mal vorgekostet. Nachdem das Fleisch gegart war, wurden darauf hin die Saucen getestet und zunächst möchte ich die Cullinaire-Saucen-Bewertung wiedergeben.

Ein Wort zur Erläuterung – es gibt bei den Cullinaire-Produkten drei Geschmacksrichtungen:

  1. Gerösteter Knoblauch, Thymian und Honig
  2. Balsamicoessig, Basilikum und Oregano
  3. Curry, Pfeffer und Zitrone

2 und 3 kamen bei ALLEN BETEILIGTEN sehr gut an; 1 fanden ZWEI der VIER TESTER sehr gut, die anderen beiden weniger. Hier scheiden die Geschmäcker sich etwas am Knoblauch, das ist aber kein Beinbruch, denn Knoblauch polarisiert i.d.R..

Empfehlung ganz klar: wenn man mal eine neue Geschmacksrichtung bei Ketchup erleben möchte, einfach eine der Cullinaire Ketchups versuchen.
Man schmeckt die Zutaten gut heraus, das Ganze ist recht harmonisch abgestimmt und kommt im hochwertigen Schraubglas aus dem „gelöffelt“ werden muss – erfrischend untypisch und definitiv besser geeignet für den etwas gehobeneren Rahmen.

Kleiner Abstrich: ohne Deckel erkennt man nur am – eindeutigen – Geschmack, in welchem Glas sich welche Sauce befindet. Die Kennzeichnung geht mit dem Öffnen der Außenfolie bis auf den Deckel komplett verloren…

Drei Pfeffer Sauce - Herausragend?

Kommen wir nun zu den Testergebnissen der 3 Pfeffer-Sauce…

Vorab sei gesagt, dass ich mich sehr gefreut habe, ein neues HEINZ-Produkt zu testen und dies immer wieder gerne tue – es gab da auch schon viel Gutes. Es sei aber ebenfalls betont, dass ein Test ein Test ist und dass die Ergebnisse ehrlich sein müssen, sonst wird man unglaubwürdig…

Aus unserer Vierer-Fondue-Runde gab es durchweg NEGATIVE Bewertungen. Ich will das später zusammenfassen.
Hier zunächst im Originaltext das Feedback der 5 freiwilligen Tester aus dem Freundeskreis (die Tester sind allesamt Genießer und Freunde guten Essens, es befinden sich darunter das Feuerkind (mit eigenem, sehr lesenswerten Blog zum Schwerpunkt „Grillen“), zwei wirklich gute Köchinnen und zwei Genießer, von denen einer allerdings nachweislich nicht kochen kann)…

Tester(in) 1
„Obwohl ich jetzt nicht so der Pfeffer-Fan bin, fand ich sie super passend und lecker zum Schweinerückensteak. Tiefergehende Analysen kann ich hierzu nicht abgeben – klassisch die Varianten SCHMECKT – SCHMECKT NICHT und ersteres war bei mir der Fall“

Tester(in) 2
„meine Bewertung fällt relativ nüchtern aus. Fazit ist, dass mir die 3-Pfeffer Soße nicht besonders gut schmeckt. Finde, dass sie mehr nach Mayo-Soße schmeckt, als nach Pfeffer. Für mich könnte sie ruhig intensiver nach Pfeffer schmecken. Wollte die Soße eigentlich mit einem Rumpsteak essen, aber nach einem ersten „Finger“-Test, hab‘ ich für das Steak dann doch „nur“ Salz und Pfeffer benutzt. Mir fällt momentan auch nicht ein, wo die Soße wirklich gut dazu passen könnte“

Tester(in) 3
„also ich war Anfangs etwas skeptisch, nachdem ich ein bisschen von der Sauce probiert habe..sie erinnert tatsächlich an Majo mit Pfeffer und ist sehr mächtig…aber ich habe der Sauce noch eine Chance gegeben…und nachdem ich sie nun mit Pommes Frites, Schweinesteak und Putenbrust probiert habe, fällt mein Urteil nun doch recht mild aus…es schmeckt also gar nicht mal sooo übel…ich mag den Pfeffergeschmack, denn den schmeckt man deutlich heraus..wenn die Sauce jetzt etwas weniger nach Majo und vielleicht dadurch nicht ganz so mächtig schmecken würde, dann hätte sie wirklich was von einer Pfefferrahmsauce in kalter Version…Fazit: kaufen würde ich sie eher nicht, (da gibt es wirklich Bessere) aber z.B. für einen Majo-Junkie eine gute Wahl“

Tester(in) 4
„Habe die Pfeffer Sauce getestet.Es gab Hähnchenbrust natur in der Pfanne gebraten, dazu Gemüse gedünstet. Die Sauce war dazu als Dip für das Fleisch gedacht. Testergebnis – Tunke schmeckt sehr nach Mayonnaise, nicht wirklich lecker nach Pfeffer. Leider nicht mein Geschmack, kann die Sauce nicht wirklich weiterempfehlen“

Tester(in) 5
„Die Sauce offeriert sich bei Entnahme als eine cremige Mayonnaise mit würzigem Anteil. Leider bestätigt sich geschmacklich nicht die versprochene  und im Titel beschriebene Würzigkeit des „3 Pfeffer“. Wäre die Sauce weiß, würde sie ohne weiteres als Mayonnaise durchgehen. Die Sauce ist geschmacklich leider nicht eindeutig und präzise genug um sich als eigenständiges Produkt zu positionieren. Somit leider durchgefallen und von mir gibt es keine Kaufempfehlung.“

Ich würde alle Fondue-Tester-Aussagen zusammenfassen wollen: Mayonnaise-Fans finden hier unter Umständen eine neue Geschmacksrichtung und könnten gut bedient werden. Allen anderen, die hier eine leckere Pfeffersauce erwarten sei gesagt: Finger weg!

Leider ist die Sauce in der Tat nichts anderes als Mayonnaise mit unnatürlichem Pfeffergeschmack und ich war wahrhaftig in meinen Grundfesten erschüttert: so eine unausgegorene Sauce war ich bisher von HEINZ nicht gewohnt. Ggf. wäre ein Name wie „3 Pfeffer Mayonnaise“ hilfreich als Vorwarnung gewesen, aber final wäre auch dann das Urteil vernichtend ausgefallen. Die Sauce findet aus meiner Sicht (und aus der Sicht der anderen 3 Teilnehmer des Fondue-Abends keinerlei passendes Partner-Produkt (weder Stärke- noch Eiweißhaltig) mit dem Harmonie aufkommt und ist aus meiner persönlichen Sicht einfach nur falsch komponiert. Punkt. Ich kann nicht anders.

Meine Prognose: es würde mich sehr wundern, wenn diese Sauce ein Renner wird

Andererseits wird man im täglichen Leben immer wieder eines besseren belehrt, was den „deutschen“ Geschmack betrifft. Solange der Preis nur niedrig ist (das bezieht sich jetzt nicht auf HEINZ, sondern auf die zahllosen Produkte die für wenig Geld wenig Geschmack bieten, aber dennoch reißenden Absatz finden), konsumiert der Durchschnittsbürger ja recht viel… leider.

Ich aber finde – auch wenn es manchmal schmerzt – bei geschmacklichen Entgleisungen  muss man Flagge zeigen.

Wohingegen, wie oben erwähnt und das sei hier nochmals betont, HEINZ Cullinaire durchaus und ohne Wenn und Aber in mindestens einer der 3 Geschmacksrichtungen Ihren Geschmack treffen sollte.

Es sei denn, Sie sind erklärter Ketchup-Hasser… aber wer ist das schon. Ich jedenfalls bin keiner… in diesem Sinne, machen Sie sich selbst ein Bild und wie immer guten Appetit!

Ihr (grundehrlicher) Leroy

PS: was vom Tage übrig blieb war übrigens diese herrliche Fleischbrühe, deren intensiver Geschmack uns den Folgetag versüßte… ist vielleicht das falsche Wort, aber alle, die beim Fondue Fleischbrühe statt Öl verwenden, sollten wissen, was ich meine! 🙂

Was vom Tage übrig blieb...

Neues von Heinz: 3 Pfeffer Sauce

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Dieses Paket wurde am Freitag zugestellt – neugierig streift die kleine Susi um den Karton – was mag da drin sein?

Nicht im Bild: die beste Ehefrau und der beste Sohn von allen, die seit Paketanlieferung beständig zur Öffnung drängten (sich aber bis Samstag gedulden mussten, für sowas braucht es schließlich Muse).

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Nach dem Öffnen zeigte sich jede Menge Styropor – es gibt auch andere Methoden, Waren sicher zu verpacken, z.B. Knüllpapier, welches umweltfreundlicher und leichter zu entsorgen ist. Aber wollen wir mal nicht meckern, immerhin gab es reichlich kostenlose Gaben in den grünen Flocken zu entdecken.

Das Ganze läuft als Promo-Produkttest zu Heinz neuer 3 Pfeffer Sauce; dem Paket lag dieser Flyer zur Info bei.

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Als Erstes entdeckten wir dann diesen Servietten-Spender. Den, wir erinnern uns, gab es schon einmal bei einer früheren Heinz Aktion.

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Als nächstes erschien dieses Schneidebrett, bei dem der Rost herausgenommen werden kann.

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Der eigentliche Hauptdarsteller kam nun zum Vorschein – als Bestandteil der Promobox mit einer wunderschönen WMF Dip-Schale.

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Eine erste kurze Verkostung fand bereits jetzt statt (mit dem Finger aus der Tube). Aber ich will dem eigentlichen Test nicht vorgreifen.

Nun wurde ein großer Karton zu Tage gefördert, der uns alle hier in der Familie sehr freute:

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Es ist nicht so, dass wir noch kein Fondue haben, aber so ein schönes Exemplar hatten wir in der Tat bisher noch nicht.

Der restliche Inhalt musste nun auch heraus! Schwer zu finden, aber umso schöner: Heinz Pfeffer- und Salzstreuer!

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Und schließlich 5 x die Sauce, fertig verpackt zum Weiterverschenken! 🙂

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Hier der gesamte Paketinhalt auf einen Blick:

Heinz Drei Pfeffer Aktion

Verschenken der Sauce – klasse Idee. Das werde ich daher auch tun, allerdings direkt im Freundeskreis und nur an lokal (Selbstabholer), weswegen ich im Anschluss direkt bei Facebook ein kurzes Posting machen werde. Einzige Bedingung neben dem eigenständigen Abholen wird das Ausfüllen eines Feedback-Bogens sein, den ich im Geiste gerade entwerfe.

Es sei noch erwähnt, dass man die Sauce derzeit bereits regulär im Laden erwerben kann – freiwillige Tester sind also herzlich in den Kommentaren willkommen.
Außerdem verschenkt Heinz die WMF Dipschalen an alle, die nachweislich (Kassenzettel als Beleg) 8 Heinzprodukte gekauft haben:

HEINZ_Winterpromotion_Keyvisual_klein

Und so sieht sie aus, die Drei Pfeffer Sauce (Original Heinz Promo-Bild)

HEINZ_Drei Pfeffer_FKS 220ml_groß

Nächstes Wochenende läuft der Test bei uns, danach lesen wir uns wieder!

Mein neues Güde

Güde Kochmesser Alpha 21 cm

Bestellt und prompt geliefert – mein mittlerweile drittes Güde-Messer. Nach dem Chai Dao und dem Ausbeinmesser diesmal ein ein Kochmesser aus der Alpha Serie mit schwarzem Griff (damit ergänzt sich die bisherige Sammlung mit Birke und Olive um eine weitere Variante).

Was ich damit als erstes gemacht habe? Kartoffeln halbiert und Zwiebeln gewürfelt – irre scharf und toller Schnitt. Die schwere Klinge fällt geradezu durch das Schnittgut. Dazu perfekt austariert und klasse geformt, da macht das Arbeiten echt Laune!

Mehr zu Güde finden Sie hier: http://guede-solingen.de/de/start

Güde Kochmesser Alpha 21 cm

Butch-Video zum Messerkauf

Bin heute mal wieder bei Butch vorbeigesurft und auf ein neues interessantes Video gestoßen. Nichts wirklich fundamental Neues zur Beurteilung der verschiedenen Messerarten, aber meines Erachtens eine recht gute Zusammenfassung – einfach mal reinschauen.
Meine Lieblingsstelle ist das Fazit des Videos, wo dann final das Messer von IKEA – stellvertretend für alle Billigmesser – sozusagen „vom Tisch ist“ 🙂

Hier das Video direkt zum Anschauen:

Und hier noch der Link zur Seite (hier gibt es auch eine Textzusammenfassung)

Geräucherte Regenbogenforelle

Räucherforelle mit Kartoffeln und Meerrettichquark

Diesen Artikel möchte ich gerne meinem mittlerweile leider verstorbenen Nachbarn Willi widmen. Als wir damals in Ketsch in die neue Wohnung eingezogen waren, nahm uns Willi sehr warmherzig auf und griff uns bei allen erdenklichen Problemen immer unter die Arme.

Willi war unter anderem begeisterter Angler und räucherte selbst. Dazu hatte er einen Räucherofen Marke Eigenbau und mir schenkte er zum Geburtstag ebenfalls einen kleinen Räucherofen. Eingeweiht hatten wir den Ofen dann gemeinsam und der Fisch daraus schmeckte fantastisch.

Mit dem diesjährigen Osterfest, respektive Karfreitag reifte in mir der Wunsch, wieder einmal Forelle zu räuchern und endlich wieder diesen Geschmack zu erleben. Regenbogenforelle sollte es sein und der Schwager schlug vor, bei seinem nächsten Besuch welche mitzubringen – aber es stellte sich heraus: die Forellenzucht verkauft ausschließlich Lachsforellen. Im Kaufland fragte ich an der Fischtheke nach und erhielt zur Antwort, dass in zwei Tagen frische – Sie ahnen es vielleicht schon – Lachsforellen einträfen. Wieder nichts.

Also gedachte ich am Donnerstag vor Karfreitag in der Metro fündig zu werden. Die Schlange vor der Fischtheke betrug in etwa 50 Personen und die Wartezeit nahm damit Disneyland-Ausmaße an. Zuviel für mich!

In der Tiefkühlecke ergatterte ich das vorletzte Päckchen Regenbogenforellen: 9 Stück zu ca. 250 g je Forelle. Tiefgekühlte Forellen eignen sich zum Räuchern genau so gut wie frische Ware.

Zum Einlegen der Forellen erwarb ich noch eine GN-Schale 1/1 mit 150 mm Randhöhe für knapp 20 €. Den Deckel dazu hatte ich bereits als Zubehör für meinen GN Bräter 1/1 erhalten und so verzichtete ich zunächst auf einen weiteren Deckel.

Zu Hause holte ich die Forellen aus der Packung und legte sie in der Spüle in kaltes Wasser. Eis außen auf der Haut der Fische spülte ich mit lauwarmem Wasser ab und beförderte dann eine nach der anderen in die GN Schale.

Forellen in GN Schale 1/1

Man rechnet laut Anleitung mit mindestens 1,5 L Wasser je kg Forelle. In die GN gingen die erforderlichen 3-4 L locker rein, aber die Forellen waren noch nicht alle bedeckt. Ich schätzte weitere 2 L ab, die ich deswegen benötigen würde und wog daher 300 g Salz ab (laut Anleitung rechnet man mit 50 bis 80 g Salz je L Wasser für die Lake und ich wollte mich erst mal an das untere Ende der Kurve begeben, was sich als absolut richtig erweisen sollte).

Die Lake muss die Forellen komplett bedecken

Die Zutaten für die Lake für geräucherte Forellen

  • 9 Regenbogenforellen insgesamt ca. 2250 g
  • 6 L kaltes Wasser
  • 300 g Speisesalz
  • Gewürze nach Gusto*

* Gewürze nach Gusto können zum Beispiel sein: Fischgewürz oder Ähnliches. Ich habe eine Gewürzmischung verwendet und möchte hier ausdrücklich zum Probieren anregen. Im Grunde braucht es nur das Salz. Alles andere ist sozusagen persönlicher Stil.

Nun mussten die Forellen im Wasser ziehen ca. 18 Stunden – das bedeutete Karfreitag früh konnte es weiter gehen.

Ich bin ja Frühaufsteher und so begab ich mich gegen 6:30 in die Garage, wo die Schale mit den Fischen bei ca. 0°C über Nacht gestanden hatte.

Als erstes baute ich mir eine Trockenstation auf, an die ich die Fische zum Trocknen aufhängen konnte. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir dazu vorher nicht viele Gedanken gemacht hatte. Ich hatte lediglich im Laufe der vergangenen Woche bei Penny am 1 € Regal dünne Edelstahlspieße entdeckt und davon 3 Packungen erworben.

9 dieser Spieße bog ich nun zu einem kleinen Haken, der die Forellen durch den Mund geführt und gedreht eingehakt „aufhängfähig“ machen sollte. Aber woran aufhängen? Ein Seil spannen, das dann durchhängt und an dem alle Forellen aufeinander zu rutschen und dann in der Mitte zusammenhängen? Nein, irgendetwas wie ein Rost musste her…

Im Keller wurde ich fündig: der Weber Bratenkorb (ein völlig unnützes Utensil m.E., aber leider habe ich die Rückgabefrist verschlafen) fand nun endlich eine sinnvolle Verwendung.

Hängevorrichtung

Ergo wurde der Korb zwischen zwei Stühle gespannt, einen Haken zur Probe aufgehängt und der Abstand zum Boden bemessen und für ausreichend befunden.

Die Fische mussten sodann der Lake entnommen und mit Küchenkrepp getrocknet werden.

18 h später am Morgen des Karfreitag

Forellen mit Küchenkrepp abtupfen und trocknen

Bei gefrorenen gekauftem Fisch empfiehlt es sich, nun einen Blick in die Bauchhöhle zu werfen (das geht im gefrorenen Zustand nicht so gut) und diese zu säubern.

Die Fische trockneten dann im Freien bei bedecktem Himmel (im Sommer empfiehlt sich ein schattiger Platz) für ca. 2-3 Stunden.

Immer darauf achten, dass die Forellen frei hängen und sich nicht berühren Alle Neune! Dien GN-Schale dient als Tropfbecken Nach der Trocknung

Eine gute Gelegenheit, den Arbeitsplatz und den Grill vorzubereiten.

Arbeitsplatz

Für die Räuchermischung verwendete ich ca. 3 Handvoll Buchenholz-Sägemehl unter welche ich ein paar EL Kräuter der Provence mischte – eine Mischung, die ich mit Willi seinerzeit ausprobiert und für gut befunden hatte.

Räuchermischung mit Kräutern der Provence

Diese Mischung gab ich eine Servierschale von IKEA, die ich der besten Ehefrau von allen aus der Hüfte geleiert hatte. Die Schale wurde mit Alufolie verschlossen, in die ich mit einer Gabel Löcher machte.

RäucherschaleRäuchermischung mit Alufolie abdecken und diese mit einer Gabel löchern

Als nächstes heizte ich die Kohlen an, für den Start feuerte ich im Kamin 15 Briketts an (mit denen erreichte ich ganz exakt die mindestens notwendigen 110°C) – beim nächsten Mal würde ich hier eher zu 20 Briketts tendieren, um die Temperatur am Anfang etwas höher zu halten.

Am Anfang ca. 15 bis 20 Briketts, je nach Brikett-Sorte

Als nächstes setzte ich die Kohlehalter so ein, dass die Kohle in der Mitte eine schmale, etwa handbreite Gasse bildete. Die Kohle füllte diese Gasse und die Halter bildeten eine perfekte Ablage für die Räucherschale.

Die Anordnung der Fische war auch schnell gelöst. Versuchen Sie erst gar nicht, die Forellen aufrecht auf den Bauch zu stellen, sie fallen sowieso um. Auf der Seite lagern die Fische stabiler und es geht ja sowieso nur um die Filets und die liegen innen. Da die Fische ganz vom Rauch umhüllt werden und sowieso nur indirekt erhitzt werden, ist ein Wenden nicht erforderlich.

Anordnung auf dem Grill - in die Mitte direkt über die Kohle und unter den Rost kommt die Räucherschale

Nun heißt es Geduld zu haben. Die Temperatur liegt am Anfang irgendwo zwischen 110 und 150°C und sinkt dann im Laufe der Zeit ab. Bei ca. 80°C, bzw. wenn kein Rauch mehr aufsteigt, müssen Sie dann tätig werden. Für einen Temperaturanstieg legt man einfach ein paar Briketts nach; für neuen Rauch benötigt man eine neue Füllung für die Räucherschale. Ich musste die Schale zweimal nachfüllen und legte ca. 10 Briketts nach.

Nach 2,5 Stunden befand ich die Forellen für gut – allerdings wäre auch 0,5 bis 1 Stunde mehr kein Problem gewesen, da die Fische zum Schluss nur noch bei ca. 90°C sanft weiterräucherten und sich die Rückenflosse noch etwas ruckeliger löste. Allerdings stimmte die Farbe, die Augen waren ebenfalls weiß und die Meute saß am Tisch und klopfte mit dem Besteck im Takt.

RäucherforelleFertig!

Ich lud die Forellen auf ein großes Backblech um.

Forellen am besten auf ein großes Backblech legen

In der Küche machte ich noch diese Fotos, dann ging es ans Zerlegen/ filetieren:

Räucherforelle Räucherforelle

Beim Zerlegen ist darauf zu achten, zunächst die Haut entlang der Wirbelsäule mit einem scharfen Messer aufzutrennen. Die Filets lassen sich dann leicht mit einer Gabel oder einem Löffel von den Gräten schieben und abheben. Bestimmt finden Sie auf Youtube ein paar Videos, die das anschaulich zeigen, falls Sie das noch nie gemacht haben sollten. Ich fand dieses Video ganz hilfreich. Aber in der Schnelle noch als Text: Mit einem scharfen Messer am Rücken entlang die Haut aufschneiden, ein Schnitt senkrecht dazu am Kopf. Dann die Haut vom Kopf aus in RIchtung Schwanz abziehen. Das Filet hat eine Mitttellinie, hier mit einem Messer oder einem Löffel die beiden Hälften trennen. Den unteren Teil nach unten, den oberen Rückenteil nach oben wegschieben. Dann die Wirbelsäule vom Schwanz her aus dem unteren Filet herausziehen ohne den Fisch zu wenden. Die Unteren Filets von der Haut nehmen. Fertig.

Mein Tipp: Lassen Sie sich Zeit beim Filetieren, dann haben Sie später weniger Gräten im Mund… das hebt die Ess-Qualität und das kulinarische Erlebnis ungemein.

Häuten und Filettieren

Der Rest ist schnell erzählt: alle Verkoster waren begeistert und ich war selbst ebenfalls sehr zufrieden. Der Geschmack war an manchen Stellen m.E. etwas zu salzig, aber nur einen leichten Tick. Der Rauch und das Gewürz in der Lake hatten für ein tolles Aroma gesorgt und ich stellte für mich in der Bilanz fest, dass sich der Aufwand gelohnt hatte. Das wird sich nun öfter wiederholen!

Die Fische halten sich im Kühlschrank übrigens locker 2-3 Tage und wer es etwas wärmer mag, kann die Filets in einer Mikrowelle leicht erwärmen.

Sofort nach dem Räuchern schmeckt es aber am Besten. Wir hatten dazu Kartoffelsalat nach diesem Rezept (Variante 1 ohne Radieschen) und einen Meerrettich-Kräuterquark. Die Zutaten für eine große Portion:

  • 400 g Quark
  • 150 g Joghurt
  • Salz und Pfeffer
  • Saft einer halben Zitrone
  • Petersilie, Schnittlauch, Dill, jeweils eine ordentliche Portion
  • Meerrettich nach Geschmack

Guten Appetit und viel Spaß beim Nachmachen!

Räucherforelle mit Kartoffeln und Meerrettichquark

Für Dich Willi! Ich hoffe, Du bist an einem guten Ort…

Willi Willi